Die Sterbeurkunde ist das Dokument, mit dem Sie in den kommenden Wochen fast alles regeln. Ohne sie gibt es keine Bestattung, keine Auszahlung der Lebensversicherung, keinen Zugriff auf das Konto, keine Hinterbliebenenrente.
Die gute Nachricht: Als Ihr Bestatter beantrage ich sie für Sie. Sie müssen nicht zum Amt.
Die schlechte: Es gibt drei Fallen, in die Angehörige regelmäßig tappen, und jede davon kostet Zeit oder Geld. Dieser Beitrag erklärt beides, den regulären Weg und die Stolpersteine.
Das ist die erste Frage, und sie wird am häufigsten falsch beantwortet.
Zuständig ist immer das Standesamt des Sterbeortes, nicht das des Wohnortes. Das Standesamt Leipzig ist ausschließlich für Sterbefälle zuständig, die sich in Leipzig ereignet haben.
| Leipzig (auch Krankenhaus oder Pflegeheim in Leipzig) | Standesamt Leipzig |
| Markranstädt | Standesamt Markranstädt |
| Zwenkau, Markkleeberg, Schkeuditz | jeweiliges Standesamt der Gemeinde |
| Sterbefall außerhalb der Region | Standesamt am Sterbeort |
Das führt zu einer Situation, die viele überrascht: Eine Frau aus Markranstädt, die im Leipziger Klinikum verstirbt, wird vom Standesamt Leipzig beurkundet. Ein Mann aus Leipzig, der im Pflegeheim in Markranstädt verstirbt, vom Standesamt Markranstädt.
Ich kläre das für Sie, bevor irgendetwas eingereicht wird.
Ein Sterbefall ist spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim Standesamt anzuzeigen. Diese Frist ist gesetzlich vorgegeben.
In der Praxis übernehme ich die Anzeige, meist am nächsten Werktag. Für Bestatter gibt es beim Standesamt Leipzig eine eigene Annahmestelle für aktuelle Sterbefälle, telefonisch und per E‑Mail erreichbar; die Anmeldung dort erfolgt vorab.
Nach vollständigem Vorliegen aller notwendigen Unterlagen garantiert das Standesamt Leipzig eine Bearbeitung innerhalb von sechs Werktagen. Das Wort „vollständig“ ist der entscheidende Teil dieses Satzes. Fehlt eine Urkunde, beginnt die Uhr nicht zu laufen.
| Erste Sterbeurkunde | 15,00 € |
| Jede weitere gleiche Urkunde in derselben Bestellung | 7,00 € |
| Suchgebühr, falls Registernummer und registerführendes Standesamt fehlen | 30,00 € je angefangene halbe Stunde |
Der dritte Punkt ist die teuerste Falle. Für die zügige Bearbeitung benötigt das Standesamt die Angabe des registerführenden Standesamtes (zum Beispiel Leipzig Süd oder Mitte) sowie die Registernummer. Diese Angaben stehen in der oberen Zeile bereits vorhandener Personenstandsurkunden. Können Sie sie nicht machen, werden Suchgebühren von 30,00 Euro je angefangene halbe Stunde erhoben.
Übersetzt: Eine schlecht vorbereitete Anfrage kann mehr kosten als die Urkunde selbst.
Die Frage wird mir fast immer zu spät gestellt.
Meine Empfehlung: fünf bis zehn Ausfertigungen. Bei der ersten Bestellung kostet jede weitere nur 7 Euro. Eine Nachbestellung Wochen später kostet wieder den vollen Satz und dauert.
Wofür Sie ein Original brauchen:
Wofür in der Regel eine Kopie genügt:
Ein Hinweis, der bares Geld spart: Urkunden, die für Sozialversicherungszwecke wie Rente oder Krankenkasse benötigt werden, sind unter bestimmten Voraussetzungen gebührenfrei. Dafür muss beim Standesamt ein entsprechender Nachweis vorgelegt werden. Sagen Sie mir, wofür Sie die Urkunden brauchen, dann berücksichtige ich das bei der Beantragung.
Für die Beurkundung müssen die Unterlagen im Original vorliegen. Kopien reichen nicht. Sie bekommen die Originale nach der Beurkundung zurück.
Immer:
Je nach Familienstand:
| Ledig | Geburtsurkunde |
| Verheiratet | Heiratsurkunde |
| Verwitwet | Heiratsurkunde und Sterbeurkunde des Ehepartners im Original |
| Geschieden | Heiratsurkunde und rechtskräftiges Scheidungsurteil im Original |
Hinzu kommt die Auftragsvollmacht für das Bestattungsunternehmen, wenn ich für Sie tätig werde. Das Standesamt kann die Vorlage weiterer Urkunden verlangen, wenn dies zum Nachweis von Angaben erforderlich ist.
Ausführlicher habe ich das in meinem Beitrag „Dokumente im Todesfall“ beschrieben.
Nicht jeder. Personenstandsurkunden werden auf Antrag den Personen erteilt, auf die sich der Registereintrag bezieht, sowie deren Ehegatten, Lebenspartnern, Vorfahren und Abkömmlingen. Andere Personen haben ein Recht auf Erteilung, wenn sie ein rechtliches Interesse glaubhaft machen. Beim Sterberegister reicht die Glaubhaftmachung eines berechtigten Interesses aus, wenn der Antrag von einem Geschwister der verstorbenen Person gestellt wird. Antragsbefugt sind Personen über 16 Jahre.
Damit Personenstandsurkunden nicht in falsche Hände geraten, benötigt das Standesamt in jedem Fall eine Ausweiskopie der Person, die die Urkunden anfordert.
Das ist die wichtigste Warnung dieses Beitrags, und sie kommt von der Stadt Leipzig selbst.
Es existieren Internetseiten, bei denen es sich um kein Serviceangebot der deutschen Standesämter handelt. Es sind kostenpflichtige Angebote privater Betreiber. Die Stadt Leipzig weist ausdrücklich darauf hin, dass die offizielle Urkundenanforderung nur über die verlinkten Online-Services des Leipziger Standesamtes zu finden ist.
Diese Seiten sehen amtlich aus. Sie tauchen bei Google oft weit oben auf. Sie nehmen Ihr Geld, leiten den Antrag weiter und berechnen dafür eine Servicegebühr obendrauf.
Sie zahlen also zweimal. Gehen Sie ausschließlich über leipzig.de oder lassen Sie es mich machen.
Wird eine verstorbene Person ins Ausland überführt, brauchen Sie einen Leichenpass. Und hier gilt in Leipzig eine Besonderheit, die selbst manche Angehörige aus anderen Bundesländern kalt erwischt: Leichenpässe werden nicht beim Standesamt Leipzig, sondern im Gesundheitsamt Leipzig erstellt und ausgegeben. In einigen anderen Bundesländern geben die Standesämter Leichenpässe direkt aus. In Leipzig ist das anders geregelt.
Wer das nicht weiß, verliert einen halben Tag.
Siehe oben. Sieben Euro jetzt, fünfzehn Euro plus Wartezeit später.
Zwei Dinge landen regelmäßig beim falschen Amt:
Erbschein und Erbenermittlung. Dafür ist das Amtsgericht Leipzig, Nachlassabteilung zuständig, nicht das Standesamt.
Grabanlagen. Die Frage, auf welchem Friedhof eine verstorbene Person beigesetzt ist, beantwortet das Amt für Stadtgrün und Gewässer, Abteilung Friedhöfe.
Für aktuelle Sterbefälle sowie für Sterbefälle der letzten 30 Jahre ist die Urkundenstelle des Standesamtes Leipzig zuständig. Unterlagen von Sterbefällen, die über 30 Jahre zurückliegen, befinden sich im Stadtarchiv Leipzig.
Wenn Sie also eine Urkunde für Ahnenforschung oder eine alte Nachlassangelegenheit brauchen, ist das Stadtarchiv Ihre Adresse.
Sie müssen nichts davon selbst tun. Ich übernehme:
Sie bringen mir, was Sie finden. Den Rest sortiere ich.
Beim Standesamt Leipzig, wenn der Sterbeort in Leipzig liegt. Zuständig ist immer das Standesamt des Sterbeortes, nicht des Wohnortes. Die Urkunden können auch online über den offiziellen Service der Stadt Leipzig angefordert werden. Als Ihr Bestatter übernehme ich das für Sie.
15,00 Euro für die erste, 7,00 Euro für jede weitere gleiche Urkunde in derselben Bestellung. Fehlen Registernummer und registerführendes Standesamt, kommen Suchgebühren von 30,00 Euro je angefangene halbe Stunde hinzu.
Nach vollständigem Vorliegen aller notwendigen Unterlagen garantiert das Standesamt Leipzig eine Bearbeitung innerhalb von sechs Werktagen.
Spätestens am dritten auf den Tod folgenden Werktag beim zuständigen Standesamt.
Fünf bis zehn sind in den meisten Fällen realistisch. Originale sind unter anderem für Lebensversicherung, Sterbegeldversicherung, Rentenversicherung, Nachlassgericht und Bank nötig; für viele Abmeldungen genügt eine Kopie.
Ehegatten, Lebenspartner, Vorfahren und Abkömmlinge ohne weiteren Nachweis. Geschwister müssen ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen, alle anderen ein rechtliches Interesse. Antragsbefugt sind Personen über 16 Jahre. Eine Ausweiskopie ist in jedem Fall erforderlich.
Urkunden für Sozialversicherungszwecke wie Rente oder Krankenkasse sind unter bestimmten Voraussetzungen gebührenfrei. Dafür muss ein entsprechender Nachweis vorgelegt werden.
In Leipzig nicht beim Standesamt, sondern beim Gesundheitsamt Leipzig. In anderen Bundesländern ist das teilweise anders geregelt.