Es gibt einen Satz, den ich von Angehörigen immer wieder höre: „Ich weiß gar nicht, was er sich gewünscht hätte.“
Und dann sitzen wir zusammen, und nach zwanzig Minuten Erzählen ist plötzlich alles da. Die Musik, die er im Auto laufen ließ. Die Blumen aus ihrem Garten. Der Witz, den er auf jeder Familienfeier gemacht hat. Sie wissen mehr, als Sie glauben. Es ist nur gerade verschüttet.
Eine Trauerfeier zu planen bedeutet nicht, ein perfektes Event zu organisieren. Es bedeutet, in wenigen Tagen eine Handvoll Entscheidungen zu treffen, die zu einem Leben passen. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, welche das sind, in welcher Reihenfolge sie anstehen und wie eine Trauerfeier tatsächlich abläuft. Damit Sie nicht raten müssen.
Das ist die erste Frage, und sie beruhigt die meisten. In Sachsen gilt: Die Erdbestattung oder Einäscherung darf frühestens 48 Stunden nach Feststellung des Todes erfolgen und muss innerhalb von 8 Tagen durchgeführt sein. Samstage, Sonntage und Feiertage werden dabei nicht mitgezählt.
Das heißt in der Praxis: Sie haben meist zehn bis zwölf Kalendertage. Das ist knapp, aber es ist genug. Und wenn es aus nachvollziehbaren Gründen nicht reicht, kann eine Fristverlängerung beantragt werden.
Bei einer Feuerbestattung entkoppelt sich außerdem etwas Wichtiges: Die Einäscherung muss innerhalb der Frist erfolgen, die Beisetzung der Urne aber erst innerhalb von sechs Monaten. Sie können die Trauerfeier also mit mehr Ruhe planen, wenn Sie das möchten.
| Tag 1 | Anruf beim Bestatter, Überführung, erste Orientierung |
| Tag 1 bis 2 | Beratungsgespräch, Bestattungsart, Termin und Ort der Feier festlegen |
| Tag 2 bis 3 | Traueranzeige, Trauerkarten, Trauerredner oder Pfarrer beauftragen |
| Tag 3 bis 5 | Trauergespräch, Musik, Floristik, Trauerdruck, Trauerkaffee |
| Tag 5 bis 7 | Ablauf finalisieren, Kondolenzliste, letzte Absprachen |
| Tag 8 bis 12 | Trauerfeier und Beisetzung |
Alles Weitere hängt an dieser Frage.
Kirchliche Trauerfeier. Sie findet meist in der Friedhofskapelle statt, in manchen Gemeinden auch in der Kirche. Sie ist ein kurzer Gottesdienst mit Lesung, Ansprache, Gebet und Segen. Bei einer Erdbestattung folgt der Gang zur Grabstelle und der letzte Abschied; bei einer Urnenbeisetzung endet die Feier mit Segen und Abschluss. In der Regel nehme ich den Kontakt zur Pfarrperson auf, die sich dann bei Ihnen meldet.
Weltliche Trauerfeier. Auf religiöse Zeremonien und liturgische Bräuche wird verzichtet. Die Rede hält ein freier Trauerredner. Ablauf, Musik und Gestaltung sind vollständig frei, damit das Leben und die Persönlichkeit des Menschen im Mittelpunkt stehen.
Ganz persönlich. Ein Enkel liest ein Gedicht. Der Chor, in dem sie 30 Jahre gesungen hat. Ein Motorrad vor der Kapelle. Farbe statt Schwarz. Ich habe in über zwanzig Jahren fast alles erlebt, und ich sage Ihnen ehrlich: Die Feiern, an die sich Familien Jahre später warm erinnern, sind fast immer die persönlichen.
Andere Religionen bringen eigene Vorgaben mit. Im Islam ist die Feuerbestattung nicht zulässig und die Beisetzung erfolgt zeitnah. In der jüdischen Tradition hat die rasche Beerdigung große Bedeutung, Blumenschmuck und Musik werden traditionell vermieden. In den orthodoxen Kirchen ist die Erdbestattung die allein akzeptierte Form. Sprechen Sie mich darauf an, ich stimme das ab.
| Ankommen | Die Trauergemeinde versammelt sich vor der Kapelle oder Trauerhalle. Die Kondolenzliste liegt aus. |
| Einzug und Musikstück | Die Gäste nehmen Platz. Erstes Musikstück, meist instrumental. |
| Begrüßung | Durch Pfarrperson oder Trauerredner. |
| Trauerrede | Der Lebensweg des Menschen, persönliche Erinnerungen. Herzstück der Feier. |
| Musikstück | Raum zum Durchatmen. Oft der emotionalste Moment. |
| Persönliche Beiträge | Wenn gewünscht: Gedicht, Brief, Worte von Angehörigen oder Freunden. |
| Gebet und Segen | Bei kirchlichen Feiern. |
| Musik zum Auszug | Abschluss der Feier in der Halle. |
| Gang zur Grabstelle | Bei der Erdbestattung wird der Sarg von den Trägern geleitet. Bei der Urnenbeisetzung folgt der Weg zum Urnengrab. |
| Beisetzung | Letzter Abschied, Blumen oder eine Handvoll Erde. |
| Kondolieren | Die Gäste sprechen der Familie ihr Beileid aus. |
| Trauerkaffee | Optional, oft der Moment, in dem die Anspannung fällt. |
Rechnen Sie mit 30 bis 45 Minuten für die Feier selbst, plus Beisetzung und Kondolieren. Ein Trauerkaffee dauert selten unter zwei Stunden.
Von der Stille über einen Chor bis zur Lieblingsmusik ist nahezu alles möglich. Aber:
Wenn Sie unsicher sind: Fragen Sie sich, was er gehört hat, wenn er allein im Auto saß. Diese Antwort ist meistens die richtige.
Ob mit Pfarrperson oder Trauerredner, dieses Gespräch entscheidet über die Qualität der Rede. Und viele Angehörige gehen unvorbereitet hinein und ärgern sich hinterher.
Bereiten Sie sich auf Fragen wie diese vor:
Mein Rat: Sammeln Sie vorher in der Familie. Schreiben Sie Anekdoten auf, auch die unperfekten. Ein Mensch, der in einer Trauerrede nur gut war, ist kein Mensch mehr, sondern ein Denkmal. Die Feiern, bei denen jemand leise lacht, sind die guten.
Aus der Praxis, in keiner Rangfolge:
Ehrlich gesagt: sehr unterschiedlich. Zur groben Orientierung dienen folgende Werte, die vom Umfang abhängen:
| Verwaltung und Organisation | bis ca. 300 € |
| Kleine Trauerfeier | bis ca. 500 € |
| Sarg | ab ca. 500 € |
| Urne | 250 € |
| Krematorium | ca. 150 bis 500 € |
| Waschen, Einkleiden, Betten, Transporte | ca. 400 bis 900 € |
| Grabstein | ab ca. 400 € |
Hinzu kommen die Friedhofsgebühren, die je nach Grabart erheblich schwanken. Eine ausführliche Aufschlüsselung finden Sie in meinem Beitrag zu den Bestattungskosten in Leipzig.
Ein Satz, der mir wichtig ist: Eine würdevolle Trauerfeier ist keine Frage des Budgets. Die berührendsten Abschiede, die ich begleitet habe, waren nicht die teuersten.
Dann atmen Sie einmal durch. In einem Bestattungsvorsorgevertrag sind oft bereits Bestattungsart, Sarg oder Urne, Kleidung, Musik und der Rahmen der Feier festgehalten. Wir gehen den Vertrag gemeinsam durch, und Sie müssen nicht mehr raten, sondern nur noch umsetzen.
Das ist übrigens der stärkste Grund, selbst vorzusorgen: nicht um zu bestimmen, sondern um zu entlasten.
Sie sagen mir, was Ihnen wichtig ist. Den Rest halte ich zusammen.
Die Feier selbst dauert in der Regel 30 bis 45 Minuten. Mit Beisetzung und Kondolieren sollten Sie etwa 1,5 Stunden einplanen, mit anschließendem Trauerkaffee deutlich mehr.
In Sachsen muss die Erdbestattung oder Einäscherung innerhalb von 8 Tagen nach Feststellung des Todes erfolgen, Samstage, Sonntage und Feiertage zählen nicht mit. Bei einer Feuerbestattung kann die Urnenbeisetzung später stattfinden, sie muss innerhalb von sechs Monaten erfolgen.
Nein. Eine weltliche Trauerfeier mit freiem Trauerredner ist ebenso würdevoll und in der Gestaltung freier.
Ja. Sie können auch die Beisetzung im Familienkreis abhalten und später eine offene Trauerfeier oder Gedenkfeier organisieren, zu der alle kommen dürfen.
Drei: zum Einzug, nach der Trauerrede und zum Auszug. Geben Sie Titel und Interpret exakt an.
Ja, auf Wunsch richte ich eine Aufbahrung ein. Sagen Sie mir das früh, dann lässt es sich in Ruhe vorbereiten.
Eine Pfarrperson, ein freier Trauerredner oder ein Mensch aus Ihrem Kreis. Ich vermittle Ihnen den passenden Redner und stimme das Trauergespräch ab.